Die CDU-Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich und das gemeinsame Programm vor.

Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat auf der CDU-Liste haben sich vergangenen Montag im Foyer der Bürenhalle vorgestellt. Die Wäschenbeurener Bürgerinnen und Bürger konnten sich ein Bild von Personen und Themen zur Kommunalwahl am 26. Mai 2019 machen.

Der CDU-Vorsitzende Oliver Hokenmaier zeigte sich in seiner Begrüßung sichtlich erfreut über den sehr guten Besuch der Veranstaltung und dankte für das große Interesse. Dies sei keine Selbstverständlichkeit. Auch nicht selbstverständlich sei es, für den Gemeinderat zu kandidieren. Daher sei es eine große Freude, dass sich zwölf Kandidatinnen und Kandidaten vorstellten, von denen alle gute Gemeinderäte abgeben würden. Es sei gelungen, eine ausgeglichene Liste mit überzeugenden Kandidatinnen und Kandidaten zu präsentieren. Dem gesamten Kandidatenteam dankte er für die gute Zusammenarbeit, insbesondere auch bei der Erarbeitung der gemeinsamen Themen in den letzten Wochen. Das Ergebnis im Wahlprospekt könne sich sehen lassen.
In Zukunft sieht Oliver Hokenmaier die Aufgaben bestimmt durch die beiden Koordinaten finanzielle Ausstattung und Planungshoheit. Für den großen finanziellen Handlungsspielraum Wäschenbeurens seien in besonderem Maße die Bürger durch den bei der Gemeinde verbleibenden Anteil an der Einkommenssteuer verantwortlich. Deshalb müsse Wäschenbeuren auch künftig attraktiv für junge Familien sein, um die Einwohnerzahl stabil zu halten. Ein Wachstum in der Fläche könne dabei nur noch dosiert stattfinden. Allein die Planungsvorgaben der Region zeigen hier die Grenzen auf.
Trotz des bereits verwirklichten Sonne-Areals und des angegangenen Kaiser-Areals brauche es weiterhin große Anstrengungen bei der innerörtlichen Entwicklung. Für Hokenmaier sei klar, dass die Interessen der Bürger dabei Maßstab sind. Dazu gehöre elementar ein guter Bürgerservice. Dies
bedeute, dass Öffnungszeiten der kommunalen Einrichtungen überprüft, verbessert und ausgedehnt werden müssten.

Aus einem örtlichen Handwerksbetrieb kommend ist für Constanze Bader besonders wichtig, dass die Gewerbetreibenden und Einzelhändler weiterhin gestärkt werden. Die Planungen und Genehmigungsverfahren für einen neuen Verbrauchermarkt seien bereits angestoßen. Nun gelte es, diese voran zu bringen, damit eine rasche Umsetzung der Baumaßnahme erfolgen könnte. Zu einer guten Versorgung im Ort gehöre auch die Notfallversorgung. Hier zeigten die Hilfsfristen nach wie vor, dass Handlungsbedarf bestünde, um eine gute Versorgung für alle Schurwaldgemeinden gewährleisten zu können.

Für Peter Baudisch ist als selbstständiger Unternehmer die Entwicklung des örtlichen Gewerbes, die Erhaltung der Nahversorgung und die Ansiedelung weiterer Betriebe eine zentrale Aufgabe für die Entwicklung der Gemeinde. “Als amtierender Gemeinderat konnte ich Kompetenz in technischen Fragen und im Bauwesen bereits einbringen.”, so Baudisch. Viele Ideen davon konnten verwirklicht werden. Diese positiven Erfahrungen seien Motivation für den Vorsitzenden des Gewerbe- und Handelsvereins, sich weiter aktiv im Gemeinderat einbringen zu wollen.

„Das Thema Mobilität ist Standortfaktor für jede Kommune.“, sagt Dennis Eberle. Ergänzend zu den bereits erfolgten Maßnahmen müssten auch die Attraktivität des ÖPNV gesteigert werden. Dazu gehörten auch die Einrichtung barrierefreier Bushaltestellen. Beim Thema Mobilität müssten im eigenen Interesse mit der Kreis-, Regional- und Landespolitik und im Verbund mit anderen betroffenen Gemeinden Lösungen gefunden werden, um beispielsweise die Sperrungen anderer Schurwaldquerungen für Schwerlastverkehr zurück zu nehmen.

Sebastian Freidinger widmete sich den Themen Natur- und Kulturlandschaft. Mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten rund um Bäume seien Streuobstwiesen der artenreichste und vielfältigste Lebensraum nördlich der Alpen. “Wir möchten alle Eigentümer dahingehend unterstützen, dass sich Aufwand und wirtschaftlicher Ertrag wieder mehr die Waage halten.”, betonte Freidinger. Dabei sollten die Bewirtschaftung durch kommunale Förderungen unterstützt werden, wie beispielsweise beim Baumschnitt und beim Erhalt regionaler und lokaler Sorten.

“Ehrenamtliche bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft. Ohne Ehrenamt wären wir alle ziemlich arm dran.”, stellte Christoph Hieber in seiner Vorstellung heraus. Deshalb müssten die öffentlichen Institutionen das Ehrenamt fördern. Sei es bei der Feuerwehr, beim Sport oder in Kunst und Kultur. Dazu gehörten auch Einrichtungen, die modern und praxistauglich sind. Deshalb müsse für das Sportgelände Haldenwang ein zukunftsfähiges Konzept erarbeitet werden, das eine langfristige Lösung darstelle.

Für Tobias Klopfer gehören Transparenz und Beteiligung der Bürgerschaft bei Prozessen und Entscheidungen zu einer modernen Gemeinde. Es sei an der Zeit, bei diesem Thema langfristige und tragbare Strukturen zu entwickeln und zu etablieren. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die ihre Bedürfnisse oft anders und indirekter äußerten als Erwachsene, müsste die Gemeinde genau hinhören und das Gehörte ernst nehmen, so der Geschäftsführer des Kreisjugendrings Göppingen.

Dorothea Kottmann wies darauf hin, dass Wäschenbeuren die niedrigsten Steuern und Abgaben im Vergleich mit den umliegenden Gemeinden hätte; sei es bei der Gewerbesteuer, der Grundsteuer, der Wasser- und Abwassergebühren oder den Kindergartenbeiträgen. Die Studentin an der Hochschule für Verwaltung und Finanzen wolle sich im Sinne einer attraktiven Kommune weiter dafür einsetzen, dass es bei niederen Abgaben und Steuern bei gleichbleibend hohem Standard der Angebote bleibe.

Eine gute Zukunft, gerade auch für das Leben im Alter, ist Claudia Markt-Heer besonders wichtig. Hier engagiere sie sich bereits von Beginn an beim Runden Tisch „Zukunft im Alter“. Für die Stärkung und Koordination des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements in Vereinen und in Einrichtungen der Altenhilfe wolle sie sich daher weiter einsetzen. Darüber hinaus sei ihr die Bewahrung der Schöpfung existenziell wichtig: „Nicht Verbote bringen unseren Ort zum Blühen, sondern ein respektvoller Austausch derer, die Felder, Wiesen und Gärten bewirtschaften."

Daniel Tardif benannte Digitalisierung und Breitbandausbau als zentrale Themen für seine Kandidatur. Wichtige Maßnahmen sind für den Betreibsrat dabei vor allem die Einrichtung eines digitalen Bürgerportals und die Bereitstellung von Glasfaserkabeln in jeder Wohnung. Als aktiver Feuerwehrmann möchte er sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Freiwillige Feuerwehr top ausgestattet und damit erstklassig bleibe.

Die Verbindung von gut ausgestatteten U3-Betreuungsmöglichkeiten und Tageselternmodellen sind für Benjamin Wahl wichtige Grundlage für eine Kinderbetreuung auf hohem Niveau. Dazu gehören auch familienfreundliche Betreuungszeiten im Kindergarten. Die hohe Qualität von Bildung und Betreuung müsste sich dann auch im Schulalter fortsetzen. Als kinder- und familienfreundliche Gemeinde brauche es auch weiterhin ausreichend Freizeit- und Wohnräume für junge Familien.

Dass Modernisierung und Fortschritt im Einklang mit der Erhaltung des ursprünglichen und idyllischen Flairs von Wäschenbeuren geschieht, ist Ingo Wahl besonders wichtig. Die Beuremer Fasnet gehöre zum Ort, und damit diese eine gute Veranstaltung bleibe, müsse sich auch die Gemeinde an den Sicherheitskosten beteiligen. Ein traditioneller Maibaum wäre ebenso wünschenswert, wie auch die Bereitstellung eines Backhäusles. Initiativen der Bürgerschaft wolle er gerne aufgreifen und in enger Beteiligung mit den Bewohnern Wäschenbeurens weiterentwickeln.

Der Vorstellung der Kandidaten für den Gemeinderat schloss sich Erich Hieber an. Der amtierende Gemeinde- und Kreisrat kandidiert erneut auf Platz 1 der Liste der CDU im Wahlkreis V für einen Sitz im Kreistag. Er blickte auf die Erfolge in den zurückliegenden fünf Jahren im Kreistag zurück und verwies als Beispiel auf den neuen Nahverkehrsplan des Landkreises, der für Wäschenbeuren bereits schon seit Jahresbeginn im Personennahverkehr deutliche Verbesserungen bringe. “Wenn ab Mitte des Jahres die neue Schnellbuslinie verkehrt, wird die Vertaktung mit Göppingen und Lorch noch weiter besser werden.”, so Hieber. Als weitere wichtige Punkte ging er auf die Themen Klinikneubau, Ausbau der B 10 und VVS-Vollmitgliedschaft sowie Müllentsorgung ein. Besonders verwies Erich Hieber auf die Kreisförderung für Straßenarbeiten in Wäschenbeuren in Höhe von 300.000 EUR.

« Draußen in der Natur Kein Spiel mehr auf Zeit. Notärztliche Versorgung muss Priorität haben. »